Tasmanischer Teufel Quelle: Wikipedia Enzyklopädie


Körperlänge:

  

Weibchen: 60 cm, Männchen: 70 cm

Gewicht:

  

Weibchen: 8 kg,
Männchen: 12 kg

Lebenserwartung:

  

5 - 8 Jahre

Verbreitung:

  

Tasmanien (Australien)

Lebensraum:

  

Waldgebiete

Artbestand:

  

vom Aussterben bedroht

Video: Tasmanische Teufel im Wildgehege

Aussehen:
Der tasmanische Teufel, oder Beutelteufel, hat einen muskulösen und gedrungenen Körper. Er ist etwa so groß wie ein Foxterrier. Die Weibchen sind etwas kleiner und leichter als Männchen. Der Schwanz des Beutelteufels ist kräftig und kann bis zu 26 cm lang werden. Die Beine sind stämmig und leicht gekrümmt. Dabei sind die Vorderbeine etwas länger als die Hinterbeine. Der Kopf ist kurz und breit, die Ohren sind rund, die Schnauze ist dick. Das Fell hat eine schwarze oder dunkelbraune Farbe. An der Kehle hat der tasmanische Teufel einen weißen Fleck, gelegentlich können auch am Rumpf weiße Stellen auftreten.

Seinen Namen verdankt der tasmanische Teufel seinem schwarzen Fell, seinem wilden Wesen, vor allem aber auch seinen Ohren. Wenn der Beutelteufel sich aufregt nehmen sie eine leuchten rote Farbe an. In diesen Situationen sondert er zudem ein übel riechendes Sekret ab und stößt einen schrillen Schrei aus, der über weite Entfernung gehört werden kann.


Systematik

Klasse:

  

Säugetiere

Ordnung:

  

Beuteltiere

Familie:

  

Raubbeutler

Gattung:

  

Beutelteufel

Art:

  

Tasmanischer Teufel

 

Video-Bericht: National Geographic
Video: Ebony ist muffig !!!

Fortpflanzung und Entwicklung:
Im Alter von zwei Jahren werden tasmanische Teufel geschlechtsreif. Die Paarungszeit liegt in der Regel im März. In dieser Zeit kämpfen die Männchen um die paarungsbereiten Weibchen. Beutelteufel sind nicht monogam, ein Weibchen paart sich oft mit mehreren Männchen. 31 Tage nach der Befruchtung bringt das Weibchen zwanzig bis dreißig Junge zur Welt. Die Kleinen kriechen von der Vagina in den nach hinten geöffneten Beutel der Mutter. Dort heften sie sich an die Milchdrüsen, wo sie für die nächsten 100 Tage verbleiben. Da das Weibchen nur vier Milchdrüsen hat, überleben nur vier Junge. Die restlichen werden von der Mutter gefressen. Wenn sich die Jungtiere von der Milchdrüse lösen verlassen sie den Beutel. Etwa drei Monate bleiben sie noch im Bau der Mutter. Erst mit etwa sieben Monaten unternehmen die kleinen tasmanischen Teufel erste Ausflüge in die Umgebung. Nur zwei Monate später lösen sie sich von der Mutter.

Lebensweise und Verhalten:
Der tasmanische Teufel ist ein Einzelgänger. Lediglich während der Paarungszeit interagieren Männchen und Weibchen. Ein Beutelteufel bewohnt ein festes Revier von acht bis 20 Quadratmeter. Einzelne Reviere können sich jedoch überschneiden. Der tasmanische Teufel ist nachtaktiv. In den Abend- und Nachtstunden geht er auf Nahrungssuche, während er die Tage schlafend verbringt. Der Beutelteufel bewohnt fast alle Lebensräume der Insel Tasmanien, dabei bevorzugt er jedoch meist trockene Waldgebiete. Er ist in der Lage zu schwimmen und kann als junges Tier gut klettern. Diese Aktivität fällt ihm jedoch mit zunehmendem Alter immer schwerer.

Ernährung:
Obwohl der tasmanische Teufel durchaus in der Lage ist selbständig zu jagen, ernährt er sich in der Regel von Aas. Dabei ist er nicht sehr wählerisch. Er frisst kleine Säugetiere, wie Wombats oder Schafe, ebenso wie Vögel, Insekten, Frösche oder Reptilien. Der Beutelteufel verschlingt seine Beute vollständig. Er frisst nicht nur das Fleisch sondern auch die Organe und sogar die Knochen und das Fell. Ist es nötig, kann der tasmanische Teufel große Mengen in kurzer Zeit zu sich nehmen. So verspeist er bis zu 40 Prozent seines Körpergewichts auf einmal. Ist das Angebot an fleischlicher Nahrung gering, nehmen die Beutelteufel gelegentlich auch Pflanzenkost zu sich.

 

Die Bedrohung

Die Krankheit, die Beutelteufel befällt, wird im Englischen als Devil Facial Tumour Disease (DFTD) bezeichnet, was etwa mit Beutelteufeltypische Gesichtskrebserkrankung übersetzt werden kann. Im Folgenden wird dafür die im Englischen übliche Abkürzung DFTD verwendet.
DFTD wurde erstmals 1996 im Nordosten Tasmaniens festgestellt. Seitdem grassiert diese Erkrankung unter dem tasmanischen Beutelteufelbestand. Die Bestandseinbrüche, die seit dem Ausbruch der Krankheit zu verzeichnen sind, werden auf zwischen 20 und 50 Prozent geschätzt, wobei tasmanische Regionen unterschiedlich stark betroffen sind. In Regionen, die dicht mit Beutelteufeln besiedelt sind, starben innerhalb eines Zeitraums von zwölf bis achtzehn Monaten sämtliche Beutelteufel. Bis jetzt konzentriert sich der Ausbruch der Krankheit auf den Osten Tasmaniens. Anfang 2005 vermeldete man jedoch auch drei Fälle im Süden der Insel.

Krankheitsverlauf:
Als erstes Krankheitsbild von DFTD lassen sich Schwellungen und Knoten rund um das Maul feststellen. Diese Knoten entwickeln sich zu Tumoren, die sich vom Kopf aus über den gesamten Körper ausbreiten. Die Tumore stören die Tiere beim Fressen und betroffene Tiere verhungern schließlich, weil sie nicht mehr in der Lage sind, Nahrung aufzunehmen.

Untersuchungen an befallenem Gewebe haben gezeigt, dass der Krebs neuroendokrine (Hormone produzierende) Eigenschaften hat und dass sich bei allen Krebszellen eine identische Chromosomenveränderung feststellen lässt.
Anfänglich war man davon überzeugt, dass ein Virus die Ursache für DFTD sei. In den Krebszellen konnten jedoch keine Viren nachgewiesen werden. Zurzeit wird untersucht, ob die Krebszellen direkt für die Übertragung verantwortlich sind. Da sich die Beutelteufel gelegentlich heftige Kämpfe um Nahrung liefern und sich dabei auch beißen, wird vermutet, dass sich die Krebszellen durch den Speichel der Artgenossen ausbreiten. Tatsächlich weisen sie Ähnlichkeit zu einer als Sticker-Sarkom bezeichneten Krebserkrankung der Geschlechtsteile bei Hunden auf, die bei diesen durch Körperkontak

Gegenmaßnahmen:
Die Bestände der Beutelteufel werden derzeit genau beobachtet, um die Ausbreitung der Krankheit sowie Veränderungen im Krankheitsbild festzustellen. Zu den wissenschaftlichen Untersuchungen gehört das wiederholte Einfangen aller Beutelteufel in einem abgesteckten Gebiet. Auf diese Weise soll festgestellt werden, wie sich die Krankheit im Verlauf der Zeit ausbreitet. Sicher ist, dass die Krankheit alle Tiere in einem Gebiet sterben lassen kann. Noch sind die Beobachtungszeiträume zu kurz, um sagen zu können, ob diese Regionen durch andere Beutelteufel wieder besiedelt werden. Erprobt wird auch, ob das Einfangen und Entfernen erkrankter Tiere die Ausbreitung der Krankheit verlangsamen kann.
Als Risikovorsorge für den Fall, dass sich die Krankheit noch weiter ausbreitet, wurden zwei krankheitsfreie Zuchtgruppen gebildet. Eine befindet sich im Stadtgebiet von Hobart und eine zweite auf der Maria-Insel an der Ostküste Tasmaniens. Auch durch die Zuchtprogramme von Zoos, die sich auf dem australischen Festland befinden, ließe sich gegebenenfalls ein Aussterben dieser Tierart verhindern, wenn die wildlebende Population aufgrund von DFTD zusammenbricht.

Die Hilfsprojekte sind auf auf unsere Unterstützung angewiesen.

Video: Save the Devils (Devils in Danger Foundation Inc.)
Video: Devils Diary (Trowunna Wildlife Park)

 

Spenden Sie ! ... und werden Pate eines kleinen tasmanischen Teufels.

www.devilsindanger.com.au